Praktische Maßnahmen

Inkasso | Informationsbeschaffung ist Gold wert

Liegen alle Voraussetzungen vor und existiert ein vollstreckbarer Titel (Urteil, Vollstreckungsbescheid etc.), ist die Forderung immer noch nicht realisiert. Erfahrungsgemäß gibt es in der Zwangsvollstreckung regelmäßig zwei Probleme: die Kenntnis über das Vermögen des Schuldners und die Kenntnis über dessen Aufenthaltsort.

Regelmäßig liegen zur Zeit der Erlangung des Vollstreckungstitels nur unzureichende Informationen über den Schuldner und seine Vermögensverhältnisse vor, weil zunächst kein Augenmerk auf die später eventuell erforderliche Zwangsvollstreckung gelegt wird. Wenn die Informationen dann erst beschafft werden müssen, nimmt dies unnötig Zeit in Anspruch. Das kann im Verhältnis zu weiteren Gläubigern zu Rangverlusten führen.

Geschieht die Informationsbeschaffung über den Gerichtsvollzieher, fallen zudem noch hohe Kosten an. Es ist also sinnvoll, schon im Vorfeld des Inkassos, spätestens aber ab Mandatserteilung bzw. während der Tätigkeit zur Erlangung des Titels weitere Informationen zu sammeln. Dann kann schon der erste Vollstreckungszugriff gezielt auf existentes Vermögen erfolgen.

Da der Schuldner zu Ihnen als Gläubiger in geschäftlicher Beziehung gestanden hat, müssen Ihnen Informationen über ihn vorliegen. Diese Informationen müssen Sie frühzeitig sichern und regelmäßig aktualisieren. Das zahlt sich nicht nur bei der Zwangsvollstreckung, sondern auch bei möglichen Verhandlungen über Ratenzahlungen oder sonstigen Modalitäten einer Forderungsrückführung aus.

Hierbei ist unter anderem an nachfolgende Informationen zu denken:

- weitere Wohnsitze
- Immobilien
- Arbeitgeber
- sonstige Einkünfte wie Renten, Mieteinnahmen
- Firmenbeteiligungen
- ganz wichtig Bankverbindungen
- Kontaktpersonen, weil sie weitere Informationen über das Vermögen des Schuldners haben könnten

Sie können derartige Informationen dadurch erlangen, dass Sie entsprechende Felder bereits in Ihren vertraglichen Unterlagen vorsehen. Darin können Sie nach Gesellschafts- bzw. Unternehmensformen, dem Sitz des Unternehmens, allen vertretungsberechtigten Personen inklusive deren Privatanschriften und vom Sitz abweichende Betriebstätten fragen. Hier muss die Frage nach der Bankverbindung auftauchen.

Des Weiteren können Sie als Gläubiger auch in der Korrespondenz mit dem Schuldner auf von ihm erwähnte Geschäftspartner achten, die später eventuell als Drittschuldner für eine Forderungspfändung in Betracht kommen.

Liegen solche kostenlosen Informationen aus der Geschäftsbeziehung definitiv nicht vor, müssen kostenpflichtige Registerauskünfte bedacht werden. Hier ist in erster Linie das Schuldnerverzeichnis zu nennen. Gibt es Hinweise darauf, dass der Schuldner bereits eine Vermögensauskunft abgegeben hat, kann der Vollstreckungstitel eventuell auch als Forderung aus einer vorsätzlichen unerlaubten Handlung begründet werden. Dies hat erhebliche vollstreckungsrechtliche und insolvenzrechtliche Vorteile.

Daneben können insbesondere Auskünfte aus den Handelsregistern und dem Gewerberegister sowie vom Grundbuchamt, von den Industrie- und Handelskammern bzw. den Handwerkskammern oder den Insolvenz- und Nachlassgerichten erlangt werden.

Denkbar, aber teuer ist demgegenüber die Einschaltung von Detekteien, Auskunfteien und Datenbanken. Die damit verbundenen Kosten können zwar unter Umständen geltend gemacht werden. Voraussetzung ist jedoch einmal mehr, dass eine Forderung überhaupt realisiert werden kann. Denn letztlich treten Sie als Gläubiger in Vorlage.

Zuweilen erteilen auch geschiedene Ehegatten oder sonstige Bekannte freiwillig Informationen. Bei handwerklich ausgebildeten Schuldnern ist es auch denkbar, dass diese in regionalen Zeitungen bzw. den verbreiteten Anzeigenblättern Annoncen aufgeben. Eigene Recherchebemühungen können sich also lohnen.

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