Minijob

Minijob | Unterschied zum "normalen" Arbeitsverhältnis

Hierunter versteht man regelmäßig die geringfügige Beschäftigung, bei der der Arbeitnehmer maximal 450,- Euro/Monat erhält. Für solche Arbeitsverhältnisse hält sich hartnäckig die Auffassung, der Arbeitnehmer habe weniger Rechte als andere Arbeitnehmer. Dies ist falsch. Das geringfügige Beschäftigungsverhältnis ist ein Arbeitsverhältnis wie jedes andere auch. Für den Arbeitnehmer gilt der allgemeine und besondere Kündigungsschutz. Er hat den gleichen Urlaubsanspruch wie andere Arbeitnehmer etc.

Minijob | zeitliche Beschränkung

Das Gesetz kennt noch eine zweite Art "geringfügiger Beschäftigung", die ohne Begrenzung der Einkünfte erfolgt. Dabei wird vereinbart, dass die Beschäftigung nur von kurzer Dauer ist. Das ist der Fall, wenn die Beschäftigung für maximal 50 Tage pro Kalenderjahr oder zwei Kalendermonate eingegangen wird.

Auch in diesem Fall fallen nur Pauschalabgaben an. Bei einer unvorhergesehenen Überschreitung der Zeitspanne, tritt aber ab dem ersten Tag der Überschreitung sofort Versicherungspflicht ein. War die Überschreitung vorhersehbar, tritt die Versicherungspflicht unmittelbar ein.

Minijob | Beschäftigung im Haushalt

Schließlich gibt es noch die geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt. Dazu ist es erforderlich, dass die übernommenen Tätigkeiten ansonsten von Familienmitgliedern übernommen werden würden (z. B. Putzfrau, Gärtner). Die Tätigkeit im Privathaushalt bringt es mit sich, dass "Arbeitgeber" nur eine natürliche Person sein kann.

Der "private" Arbeitgeber führt im Vergleich zum gewerblichen Arbeitgeber niedrigere Beiträge zur Sozialversicherung ab. Sie betragen insgesamt 13,7 %, die sich aufteilen in
- 5% für die Krankenversicherung
- 5% für die Rentenversicherung
- 2% für die Steuer
- 0,1% für die Umlage und
- 1,6% für die Unfallversicherung.

Die Anmeldung erfolgt im vereinfachten Verfahren, auch Haushaltsscheckverfahren genannt. Dies führt dazu, dass die Minijob-Zentrale Teile der Arbeitgeberpflichten übernimmt.

Minijob| Sozialrecht und Steuerrecht

Sie sind deshalb unterschiedlich, weil sie für den Arbeitnehmer den Vorteil haben, dass er keine Steuern oder Sozialabgaben abführen muss. Er bezieht sein Gehalt also brutto für netto.

Diesen Vorteil "erkauft" sich der Arbeitnehmer als Gegenleistung dafür, dass er grundsätzlich nicht kranken-, pflege und rentenversichert ist.

Steuern und Sozialversicherungsanteile führt demgegenüber der Arbeitgeber in Höhe von ca. 30 % ab. Dabei entfallen pauschal
- 15% auf die Rentenversicherung
- 13% auf die Krankenversicherung
-
2 % auf die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag sowie die Kirchensteuer

Daneben führt der Arbeitgeber noch Umlagen in geringerer Höhe ab.

Die Befreiung von den Arbeitnehmeranteilen erhält der Arbeitnehmer aber nur, wenn er tatsächlich maximal 400,- Euro/Monat bekommt. Maßgeblich für die Höhe des Gehalts ist zunächst das monatliche Arbeitsentgelt. Zahlt der Arbeitgeber daneben eine Gratifikation (z. B. Weihnachtsgeld), wird dem Monatsgehalt die Sonderzahlung anteilig pro Monat hinzugerechnet. Übersteigt das Gehalt dann monatlich 400,- Euro, kommt es zur nachträglichen Besteuerung und Sozialabgabenpflicht. Dies wirkt sich jedoch in der Regel nur zum Nachteil des Arbeitgebers aus, weil solche Tatbestände meist erst im Rahmen der Betriebsprüfung auffallen.

Der Arbeitgeber kann dies nicht dadurch umgehen, dass er allen Arbeitnehmern, nicht aber den geringfügig Beschäftigten Weihnachtsgeld zahlt. Der geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer kann nicht ohne sachlichen Grund von der Zahlung einer Gratifikation ausgeschlossen werden. Der Wille, die nachträgliche Zahlungspflicht zu verhindern, ist kein Sachgrund.

Hierneben gibt es Arbeitnehmer, die mehrere 400-Euro-Jobs ohne versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung haben. Bei ihnen werden die Arbeitsentgelte aller Nebenjobs addiert. Liegt das Gesamteinkommen über 400,- Euro/Monat, stellt die Minijob-Zentrale die Versicherungspflicht fest und teilt dies dem Arbeitgeber mit. Den Arbeitgeber trifft aber nur dann eine nachträgliche Zahlungspflicht, wenn er von den anderen Beschäftigungen des Arbeitnehmers wusste.

Übt der Arbeitnehmer eine geringfügige Beschäftigung neben seiner Hauptbeschäftigung aus, gelten die gleichen Grundsätze wie bei einem einzigen geringfügigen Beschäftigungsverhältnis. Tritt jedoch eine weitere geringfügige Beschäftigung im Umfang bis zu 400,- Euro hinzu, kommt es zur Versicherungspflicht und Addition des zusätzlichen Verdienstes mit dem Gehalt der Hauptbeschäftigung. Den Arbeitnehmer trifft dann also die volle Last der Arbeitnehmeranteile exklusive der Arbeitslosenversicherung.

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